Projekt Beschreibung

Zugegeben, es war nicht das Cover von der GQ, dass ich mit meinem Titelbild schmücken durfte. Nichts desto trotz, die Entstehungsgeschichte von Vertical Elements in einem sehr schönen Beitrag des Sicherheitsprofi 04/2018 dargestellt.

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Sepp Bunk kannte man rund um die Welt als Basejumper und Fallschirmspringer.
Ein Unfall änderte alles. Auf seinem Weg in die Selbstständigkeit begleitete ihn seine Rehaberaterin von der BG Verkehr.
Ich bin Rehaberaterin und kann mir persönlich kaum eine größere Freiheit vorstellen als den freien Fall und das anschließende Gleiten
mit dem Fallschirm. Wie schwer muss ein Unfall dann für einen Menschen wiegen, der rund um die Welt als Fallschirmlehrer, Base Instructor, Stuntman und Tauchlehrer unterwegs war?
Sepp Bunk war zum Unfallzeitpunkt keine 33 Jahre alt. Im August 2015, bei einem Tandemsprung mit einem Schüler, erlitt er bei einer missglückten Landung mehrere Brüche an der Wirbelsäule. In den ersten Monaten lag er in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Duisburg und wurde dort von meinen Kollegen vor Ort betreut. Für Sepp Bunk war es eine schwere Zeit. Trotz intensiver medizinischer Behandlung zeigte sich, dass es keinen Weg zurück in das bisherige Leben geben würde. Mit dieser niederschmetternden Prognose habe ich ihn nach seiner Rückkehr in sein Zuhause im Juni 2016 kennengelernt.
Mir war von vornherein klar, dass man einen Menschen, der in der ganzen Welt unterwegs war, nicht einfach mit Schreibtischarbeit in ein Büro stecken kann. Er brauchte zunächst Zeit. Zeit, um die körperlichen Einschränkungen zu akzeptieren und sich von der bisherigen Art des Lebens und Arbeitens zu verabschieden. Und Zeit, um den Kopf für neue Möglichkeiten freizubekommen.
Von Anfang an war klar, dass es nicht reichen würde, nur mit Beratung zur Seite zu stehen. Es bedurfte eines Netzwerkes von diversen Akteuren, damit eine sinnvolle und tragbare Idee für die berufliche Neuorientierung entwickelt wer- den konnte. Es dauerte fast sechs Monate, bis ein Konzept stand, das alle Beteiligten mittra- gen konnten. Und dabei ging es nicht nur um das, was für Sepp Bunk wichtig war und was die Berufsgenossenschaft tun konnte. Es waren Banken, Ausbilder, Familie und viele weitere Menschen eingebunden, um eine Perspektive durch eine Umschulung auf den Weg zu bringen.
Ich bin selbst schon Fallschirm gesprungen. Aber von der anderen Seite – dem Packen, Warten und Reparieren von Fallschirmen, also dem Riggen – hatte ich bis 2016 keine Ahnung. Die Idee Sepp Bunks, seine Erfahrungen und die bestehenden Netzwerke zu nutzen, um den Fallschirmsport von dieser Seite aus anzugehen, erschien mir sehr sinnvoll.
Wir haben für die neue Perspektive ein Gesamtbudget erarbeitet. Darin enthalten war eine sechsmonatige Ausbildung zum Fallschirmtechniker und für die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit ein Zuschuss für die ersten sechs Monate. Das Fahrzeug für die Fahrt zur Ausbildungsstätte haben wir mit ei- nem orthopädischen Fahrersitz ausgestattet. Ein weiteres Budget half, den Arbeitsplatz rückengerecht anzupassen.
Vor kurzem stand ich mit Sepp Bunk in seiner Werkstatt. Er kann sich vor Aufträgen kaum retten, arbeitet nebenbei an rückengerechten Werkzeugen, für die es nicht nur einen Eigenbedarf, sondern einen eigenen Markt gibt. Er ist auf einem guten Weg.